Das Fanzoj Snow Leopard .338 Lapua Magnum Projekt
– Wahrscheinlich die luxuriöseste jemals gefertigte Büchse im Kaliber .338 Lapua Magnum –
Luxuriöse .338-Lapua-Jagdbüchse aus Ferlach, Österreich
Im Januar hatte ich das Vergnügen, Ferlach zu besuchen, eine kleine Stadt in den österreichischen Alpen. Anlass war ein einzigartiges Gewehrprojekt im Kaliber .338 Lapua Magnum, zu dessen Besichtigung ich eingeladen worden war. Während ich durch die kurvenreichen Straßen dieser traditionsreichen Büchsenmacherstadt fuhr, fragte ich mich, welchen Aufwand wir alle betreiben, um unsere perfekte Plattform für die Geschossabgabe zu bauen. Ob Jäger, Sportschütze oder Militärangehöriger – am Ende dreht sich alles darum, das Geschoss präzise ans Ziel zu bringen. Dieses 230 Jahre alte Unternehmen hat die Aufgabe, Kunstwerke zu erschaffen, die zugleich so präzise sind wie ein BAT-System mit Matchlauf.

Noch nie bin ich einem derart aufwendigen Gewehrprojekt begegnet. Es ist so besonders, dass es sich wahrscheinlich um die am aufwendigsten verzierte Präzisionsbüchse der modernen Waffenfertigung handelt, gefertigt im ehrwürdigen Kaliber .338 Lapua Magnum. Heute freue ich mich, diese Reiseerfahrung und dieses Büchsenmacherprojekt mit euch zu teilen.

Als Daniela und Patrick Fanzoj mir erstmals von diesem Gewehrprojekt erzählten, hatte ich ehrlich gesagt keine Ahnung, was mich erwarten würde. Meine Kenntnisse drehen sich vor allem um das Schießen und das Wiederladen für Präzisionsbüchsen, die besonders im Wettkampf Höchstleistungen erbringen müssen. Wenn ihr eine .338 Lapua Magnum im Wettkampfeinsatz sehen möchtet, haben wir einen umfassenden Artikel vorbereitet, der genau das zeigt.

Das Unternehmen Fanzoj erhielt die Gelegenheit, seine einzigartigen technischen und künstlerischen Fähigkeiten einzusetzen, um die Schönheit Tadschikistans auf beispiellose Weise in Stahl und Holz einzufangen. Das musste ich sehen! Dieses Gewehr ist so einzigartig, dass es auch Forbes in einem Artikel über Johann Fanzojs Bemühungen zur Bewahrung von Handwerkskunst und Wildtieren vorgestellt hat.

.338 Lapua Magnum im Wettkampf · Forbes über Fanzoj
Ankunft in Ferlach
Vor dem Flughafen in Österreich erwartete mich ein grüner Land Cruiser. Er erinnerte mich an eine frühere Reise nach Nordafrika, wo diese Toyotas wie Gazellen umherstreifen. Auf der Fahrt durch die Alpentäler sah ich mir das erste Video an, das mir die Hersteller geschickt hatten. Es zeigte einige der Materialien, die der Kunde für dieses Gewehr wünschte – vor allem ästhetische Elemente und Edelsteine, die sein Land repräsentieren und kunstvoll bearbeitet werden sollten, um diesem faszinierenden Teil der Welt, Tadschikistan, Tribut zu zollen.

Jagd in Tadschikistan
Tadschikistan liegt in Zentralasien und ist weltweit für seine natürliche Schönheit bekannt: hohe Gipfel, steile Täler und weite Ebenen über abgelegenen Schluchten. Auf manchen Hügeln stehen alte Festungen, die einst die Seidenstraße nahe der Grenze zu Afghanistan bewachten. Im Norden, Westen und Süden ist das Land von anderen zentralasiatischen Staaten umgeben, während China und Pakistan die östliche Region flankieren.

Man kann sich die erstaunliche Mischung aus kulturellen Einflüssen, farbenfrohen Textilien und atemberaubenden Landschaften vorstellen, die schließlich in die Gestaltung dieses Gewehrs einfloss. Im Folgenden möchte ich auf jene Elemente eingehen, die dieses Projekt inspirierten und einige der besten Büchsenmacher der Welt zusammenbrachten, um es zu verwirklichen.

Die wichtigste Inspiration für dieses Projekt ist der Schneeleopard, der diese rauen und ungezähmten Landschaften bewohnt. Er lebt in alpinen und subalpinen Höhenlagen von Ostafghanistan über den Himalaya und das tibetische Hochland bis zur südlichen Mongolei, nach Sibirien und Westchina. Der künftige Besitzer dieses Gewehrs empfindet eine beinahe heilige Verbundenheit mit dem Tier und seinem Lebensraum.

Die Jagd auf verschiedene Gebirgswildarten wie den Tadschikischen Steinbock ist eine Möglichkeit, durch die Naturschutzmaßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des Lebensraums dieses alpinen Leoparden leisten können.

Zu Besuch bei der Familie Fanzoj
Bei Fanzoj führte man mich zunächst durch die private Sammlung von Doppelbüchsen und Kipplaufbüchsen, für die das Unternehmen so bekannt ist. In der privaten Testanlage unter der Werkstatt durfte ich sogar zwei Schüsse mit einer .470 Nitro Express abgeben. Während ich durch die Gänge dieses Museums und dieser Werkstatt ging, kreiste eine Frage wie ein Tinnitus in meinem Kopf: Wie um alles in der Welt sollte die .338-Lapua-Patrone in ein Mauser-System passen? Ich musste nicht lange auf die Antwort warten.

Dafür musste ein zuvor nicht existierendes Mauser-System in MEGA-GRÖSSE mitsamt aller Komponenten entwickelt werden, sicher genug für eine besonders lange .338-Lapua-Patrone. Auch gestalterisch erforderte dieses Projekt eine intensive Auseinandersetzung mit Kultur und Geschichte des Landes, um die Zusammenhänge richtig zu verstehen und mehrdimensional auf die Waffe zu übertragen. Fanzoj fühlte sich geehrt, diese Herausforderung anzunehmen und bekannte Elemente auf besondere, dynamische Weise darzustellen. Mehr als zwei Jahrhunderte Erfahrung und Metallbearbeitung gaben dem Unternehmen das Vertrauen, dieses ehrgeizige Projekt anzugehen.


Mauser-System für eine .338-Lapua-Jagdbüchse
Patrick Fanzoj zeigte mir ein frisch aus der CNC-Maschine gekommenes Mauser-System für .338 Lapua Magnum und erklärte ausführlich, wie aufwendig dessen Bearbeitung im Vergleich zu anderen Systemen auf dem Markt ist. Als wir von einem Raum der Werkstatt zum nächsten gingen, führte Patrick mich durch die einzelnen Schritte der Büchsenfertigung und stellte mir einige der erfahrenen Handwerkerinnen und Handwerker vor, die gerade die Schäfte von Hand bearbeiteten. Ich habe diesen Rundgang wirklich genossen.
Hinter dem Schäfter konnte ich in der Ferne die Büchsenmacherschule Ferlach sehen, eine vom österreichischen Staat finanzierte Schule, die einige der besten Fachkräfte der Branche ausbildet. Sie nimmt Schüler aus aller Welt auf und bietet Kurse auf Deutsch und Englisch an. Noch dazu ist die Ausbildung kostenlos! Ja, das ist wirklich bemerkenswert. Auch Goldschmiedekunst, Gravur und verwandte Kunsthandwerke werden unterrichtet – wichtig für eine Stadt, die Waffen baut, die eines Königshauses würdig sind.

Unten: Patrick kontrolliert einen Schaft in Arbeit. In der Mitte die Büchsenmacherschule Ferlach. Rechts stehen zwei neue Büchsen, an denen in der temperaturkontrollierten Werkstatt gearbeitet wird.

Weiter den Gang entlang erreichten wir das Schaftholzlager. Hier gab es keine Aluminium-Chassis, sondern ausschließlich handverlesene Rohlinge aus tscherkessischem Walnussholz von einigen der besten Händler der Welt. Sie trugen Markierungen, die, wie ich später erfuhr, das Erwerbsjahr bezeichneten – beinahe wie bei edlen Weinen im Keller. Manche waren mit 2004 gekennzeichnet. Ich entfernte die Staubschicht, die sich über die Jahre angesammelt hatte, um die Maserung des Holzes zu bewundern. Wer eine dieser Fanzoj-Büchsen in der Hand hält, erlebt einige der ältesten Handwerkstraditionen der Welt, vereint in einem einzigen Projekt. Ist das nicht bemerkenswert?
In einer Welt, in der alles kommerzialisiert und auf maximale Effizienz optimiert wurde, war es eine Offenbarung, eine Werkstatt zu sehen, in der die Zeit stillzustehen schien und Mäzenatentum, Schönheit, Ästhetik und mechanische Perfektion die einzigen Dinge sind, die wirklich zählen.

Vor 15 Jahren lernte ich während meines Kunstgeschichtsstudiums die italienischen Botteghe und die flämischen Schulen kennen, aus denen einige der schönsten Kunstwerke hervorgingen, die wir heute schätzen. Die Zeit mit Patrick und Daniela versetzte mich zurück in die Unterrichtsräume und auf Studienreisen nach Italien, Malta, Spanien und Flandern, wo wir die Pinselstriche der großen Meister bewunderten. Ganz ähnlich fuhr Patrick mit dem Fingernagel die Linien der Meißel nach, zeigte mir das Wachs auf dem Holz und die Werkzeuge der Goldschmiede und erklärte jeden Schritt, mit dem die Vision des Kunden Wirklichkeit wurde. Ich war sprachlos. In einer Ecke fielen mir einige große Mündungsbremsen auf sowie der angrenzende Wiederladeraum, in dem ich später bei der Vorbereitung von Munition für die Tests helfen sollte. Die Büchsenfertigung bei Fanzoj umfasst heute einen vollständigen 360-Grad-Prozess von der Waffe bis zur Munition.

Eine Linkskurve führte mich in ein großes verglastes Büro mit Blick auf die Berge. Hier ragten zwei mächtige Tadschikische Steinböcke über mir auf und blickten auf eine Landschaft, die ihrer einstigen Heimat ähnelte. Ein Déjà-vu führte mich gedanklich in einen ähnlichen Raum in Frankreich zurück, wo mir ein Jagdführer während einer Gamsjagd seinen wertvollen Tadschikischen Steinbock gezeigt hatte – leicht zu erkennen am langen Bart und seiner beeindruckenden Größe.

Die .338-Lapua-Magnum-Jagdbüchse
Diese Büchse sollte die Eigenschaften des Schneeleoparden verkörpern, der unter anderem auch diese Steinböcke jagt. Das Gewehr sollte die Spuren all dieser Einflüsse tragen.

Selten – scheu – widerstandsfähig – gefährdet.

Der Schneeleopard gehört zu den scheuesten Raubtieren der Natur. Wegen seiner unglaublichen Tarnung, die ihn in seiner Umgebung beinahe unsichtbar macht, wird er als „Geist der Berge“ bezeichnet. Anders als andere Großkatzen kann der Schneeleopard nicht brüllen.


Vom Schaft, dessen Form das Schwanzprofil des Schneeleoparden aufnimmt und dessen Hinterschaft die Umrisse Tadschikistans zeigt, bis zur Spitze des Vorderschafts trägt diese Büchse die Spuren des Raubtiers.

Der dreidimensionale Schneeleopardenkopf am Vorderschaft besteht aus massivem 18-karätigem Weißgold – ganze 250 Gramm –, während blaue Saphire den Hals und die Augenhöhlen säumen und den eisigen Blick bewahren, mit dem das Tier seine Beute in der Ferne fixiert.


Die Skulptur hält genau den Augenblick höchster Konzentration fest: die Augen weit geöffnet, unmittelbar bevor das Tier angreift. Ein dreidimensionales Kunstwerk dieser Qualität zu erschaffen und zugleich den technischen und funktionalen Anforderungen der Büchse anzupassen, verlangt außergewöhnliches Können. Die Spannung des Augenblicks wird durch die Ausdruckskraft des Meistergraveurs eingefangen – man kann sie sehen und beinahe fühlen.

Das übergroße Mauser-System für .338 Lapua Magnum wurde zu einer lebendigen Leinwand voller Ornamente. Muster aus der tadschikischen Kultur ziehen sich über die Konturen. Dies ist nun eine tadschikische Büchse, deren kulturelle Elemente tief in den Stahl eingearbeitet sind. Die lange Tradition und komplexe Vielfalt persisch-orientalischer Muster sind weithin bekannt. Sie begegnen uns überall in Kultur und Geschichte und besitzen große Bedeutung. Sie bewahren Momente aus der Vergangenheit als Fundament der eigenen Identität.


Technische Daten der .338-Lapua-Jagdbüchse
Ja, ich höre euch schon: Gebt uns endlich technische Daten! Dasselbe dachte ich, während ich mich in den Gesprächen über die lange Liste ästhetischer Anforderungen des Kunden verlor. Zu dieser Büchse wurde ein 89-seitiges Buch geliefert, das jeden einzelnen Schritt dokumentiert.
Für technisch interessierte Schützen:
KALIBER: .338 Lapua Magnum.
SYSTEM: Individuell entwickeltes und dimensioniertes Mauser-System in MEGA-GRÖSSE, abgestimmt auf die besonderen Anforderungen des Kunden für eine längere Spezialpatrone (Magazinlänge 100 mm) und höchste Präzision auf große Distanzen. Diese Systeme werden bei Fanzoj im eigenen Haus gefertigt.
Double Square Bridge aus hochwertigem Stahl, verlängerter Abzugsstollen, seitliche Dreistellungssicherung und Fanzoj-Direktabzug. (Ja, auch den Abzug fertigen sie selbst – wie ein feines Schmuckstück.)
LAUF: Speziell ausgewählter Premium-Matchlauf aus hochfestem Laufstahl, Mündungsdurchmesser 22 mm, Länge 68,5 cm (27 Zoll), Drallangabe im Original: 1.9.

Speziell ausgelegter Übergangskonus für längere Geschosse, maßgefertigte Mündungsbremse und Schalldämpfer aus reinem Titan.
+ Ein zweiter Lauf, vollständig graviert wie der erste.
SCHAFT: Nach den genauen Körpermaßen des Kunden gefertigt, aus außergewöhnlichem, speziell ausgewähltem tscherkessischem Walnussholz mit ausgeprägter Vogelaugenmaserung; Systembettung und von Hand aufgetragenes Ölfinish.
GEWICHT: 6,65 kg.
GRAVUR: Motiv „SCHNEELEOPARD“: Sämtliche Systemteile sind mit tiefgestochenen Ornamenten und Tierdarstellungen bedeckt.

Zielfernrohre für die .338-Lapua-Jagdbüchse
Schmidt & Bender 5–45×56 PM II High Power.

Nightforce NX8 4–32×50 F1.

ZCO Zero Compromise – Modell CZ527 (Bezeichnung wie im Originalartikel).


Wie präzise schießt die .338-Lapua-Jagdbüchse von Fanzoj?
Das ist die Millionen-Dollar-Frage! Wir sind von der Schussleistung genauso begeistert wie von der Ästhetik. Die Büchse durchlief eine umfangreiche Laborierungsentwicklung, um ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Auf dem Fanzoj-Schießgelände steht ein vollständig ausgestatteter Wiederladeraum zur Verfügung, in dem das Team unterschiedliche Laborierungen erproben kann. Zehn verschiedene Laborierungen wurden mit diesem Lauf getestet. Bei mehreren lagen die Geschosslöcher so eng beieinander, dass sie sich berührten – ein vielversprechendes Zeichen für das Potenzial dieser Büchse. Ebenso ermutigend war die Leistung handelsüblicher .338-Lapua-Scenar-Fabrikmunition, mit der der Lauf bereits in einer frühen Entwicklungsphase getestet wurde. Der Lauf ist nicht wählerisch und zeigt Leistungen, die manchen Matchgewehren entsprechen oder sie sogar übertreffen, wie wir sie von RifleTalks.com kennen.
Welches Motiv würdet ihr für eure eigene .338-Lapua-Jagdbüchse wählen?

Wenn ihr euch schon immer etwas derart Einzigartiges gewünscht habt und euch sechsstellige Rechnungen nicht abschrecken, dann könnte ein persönliches Gespräch eure Vision Wirklichkeit werden lassen – ohne Rücksicht auf den Aufwand.

Preis: nicht veröffentlicht.






